Erstnachweis des Eiparasitoiden Trissolcus basalis (WOLLASTON, 1858) in Österreich (Hymenoptera: Scelionidae)

veröffentlicht am: 12.04.2022

Autor:innen: Anna Moyses, Sarah Mottinger, Stephan Manhalter, Richard Gottsberger

Die nicht-heimische Grüne Reiswanze (Nezara viridula Linnaeus, 1758) hat in den vergangenen Jahren durch ihr teils massenhaftes Auftreten an zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen in Österreich großes Aufsehen erregt. Vor allem in Privatgärten und Glashäusern urbaner Regionen (Wien und Graz) konnten Schäden durch ihre Saugtätigkeit an jungen Sprossen, Früchten und Samen verzeichnet werden. Neben Hülsenfrüchten (Sojabohne, Gartenbohne), zählen Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika) und Beerensträucher (Himbeeren, Brombeeren) zu beliebten Nahrungspflanzen der adulten und larvalen Wanzen. Die Bekämpfung der vermutlich aus Afrika stammenden Baumwanze stellt eine große Herausforderung für viele Berufs- und Hobbygärtnerinnen und -gärtner dar, da aufgrund der großen Widerstandsfähigkeit der Wanzen keine ausreichende Wirkung mit der geringen Anzahl der am Markt erhältlichen Pflanzenschutzmitteln, erzielt werden kann. Aufgrund der Tatsache, dass einige Schlupfwespen in der Lage sind, die Eigelege der Grünen Reiswanze zu parasitieren, wurde 2021 von uns ein Wanzeneigelege-Monitoring gestartet, um das Vorkommen einheimischer natürlicher Gegenspieler in Österreich zu erforschen. Dabei gelang ein Erstnachweis eines bedeutenden Eiparasitoiden, welcher bevorzugt die Eier der Grünen Reiswanze belegt, aber auch jene der aus Asien stammenden Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys Stål, 1855) parasitiert. Es handelt sich hierbei um die nur 1-2 mm kleine Wespe Trissolcus basalis (Wollaston, 1858) (Hymenoptera: Scelionidae). Sie hat eine vermutlich weltweite Verbreitung und konnte im Zuge des Monitorings in acht Wiener Gemeindebezirken festgestellt werden. Bis dato sind derartige Nützlinge gegen exotische Wanzen in Österreich nicht erhältlich, doch könnten deren Erstnachweise die Zulassungsverfahren erleichtern und somit den Einsatz als alternative oder zusätzliche Bekämpfungsmaßnahme ermöglichen.

Publikation im Journal für Kulturpflanzen

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