Tierseuchenradar Österreich – Mai 2022

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung.

Im folgenden Tierseuchenradar stellt ein "Ausbruch" einen im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Nachweis einer Tierseuche dar (Betriebe bei gehaltenen Tieren; Fundorte bei Wildtieren). Von einem Ausbruch betroffene Einzeltiere werden als "Fall" bezeichnet. Ein "Seuchengeschehen" stellt alle Ausbrüche dar, die in einem konkreten Zusammenhang stehen.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Nachmeldungen von Ausbrüchen nach dem Stichtag der Abfrage werden nicht dargestellt. Daraus können sich Unterschiede in den Ausbruchszahlen zu früheren Ausgaben des Tierseuchenradars ergeben.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Neue Meldungen Mrz. Apr. Mai.
ASP Afrikanische Schweinepest: Im Mai 2022 wurden in Europa 22 Ausbrüche bei Hausschweinen und 477 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen weiter gesunken, bei Wildschweinen jedoch gestiegen. Die Situation in den Nachbarländern bleibt für Österreich besorgniserregend, da Ungarn, die Slowakei, Deutschland und Italien im Mai Ausbrüche von ASP bei Wildschweinen und Hausschweinen gemeldet haben. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
HPAI Hochpathogene aviäre Influenza: Im Mai 2022 wurden in Europa 272 Ausbrüche von HPAI A(H5) aus 16 Ländern gemeldet. Ausbrüche gab es bei Geflügel in Ungarn, Frankreich, Bulgarien, Deutschland, Niederlande, Island, Kosovo, Moldawien und der Slowakei. Ausbrüche bei Nicht-Geflügel in Deutschland, Niederlande, Island, Norwegen, Frankreich, Finnland, Schweden, Dänemark, Spanien, Bulgarien, Griechenland (und Österreich).
Im Mai wurde ein Ausbruch von HPAI A(H5N1) bei Nicht-Geflügel (Wildvögel) in Österreich gemeldet. Die betroffenen Tiere wurden bereits Anfang April tot aufgefunden. Nach Abschluss der Ermittlungen zur Herkunft der Tiere erfolgte die amtliche Bestätigung jedoch erst im Mai. Weitere Ausbrüche der HPAI A(H5N1) wurden aus Österreich nicht gemeldet. Es besteht ein mittleres Risiko eines Eintrags auch in Geflügelbestände und einer Übertragung auf in Gefangenschaft gehaltene Vögel.
Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
RABIES Tollwut (RABIES): Ausbrüche waren in Polen und Moldawien zu verzeichnen. Für Heimtiere, die mit Flüchtlingen aus der Ukraine in die EU kommen, gelten weiterhin erleichterte Einreisebedingungen. Österreich ist seit 2008 anerkannt frei von terrestrischer Tollwut. Das Risiko eines Neueintrags des Tollwutvirus wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
BT Blauzungenkrankheit: Im Mai gab es keine Meldungen in Europa. Die letzten BT-Ausbrüche wurden im November 2021 aus Portugal gemeldet. Es ist nach aktueller Datenlage davon auszugehen, dass das Seuchengeschehen derzeit in Europa zum Erliegen gekommen ist. Der Beginn der vektorfreien Zeit für Österreich wurde mit 01.12.2021 festgelegt und endete bereits am 30.04.2022. Das Risiko für Österreich wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Icon SchweinIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie seit 2018 in einigen direkten Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei, Deutschland und Italien vor.

Situation in Europa

Im Mai 2022 wurden in Europa 22 Ausbrüche bei Hausschweinen und 477 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zum April ist die Anzahl der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen weiter leicht gesunken, bei Wildschweinen jedoch gestiegen (im Vormonat 24 bzw. 451 Ausbrüche, siehe Tabelle und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im Mai 2022 (Stichtag: 03.06.2022) gab es 17 Ausbrüche bei Hausschweinen in Rumänien, 2 in Moldawien und jeweils einen Ausbruch in Deutschland, der Slowakei und auf Sardinien (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche). Der Ausbruch in Deutschland stellte den ersten Nachweis von ASP in Baden-Württemberg dar, betroffen war ein Mastbetrieb mit 35 Tieren.

Im Vergleich zum Vormonat (24 Ausbrüche) sind die Zahlen in Rumänien gesunken, die Situation bleibt mit 17 gemeldeten Ausbrüchen jedoch besorgniserregend.

Alle ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen fanden in Kleinhaltungen statt.

Wildschweine

Im Mai 2022 (Stichtag: 03.06.2022) meldeten 9 Länder, von denen 4 an Österreich grenzen, Ausbrüche von ASP bei Wildschweinen. Die meisten Ausbrüche wurden in Polen (124) gemeldet, gefolgt von Deutschland (103) und Ungarn (66) (zur räumlichen Verteilung siehe Detaildarstellung in Abbildung ASP-Karte). Die Slowakei meldete 52 und Italien 49 Ausbrüche. In Italien wurden hierbei die ersten Ausbrüche bei Wildschweinen im Stadtgebiet von Rom und der Region Latium nachgewiesen.

Zu den weiteren Nachweisen in Europa siehe Tabelle ASP-Ausbrüche.
Tabelle ASP-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.03.2022 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
März
April
Mai
HS WS HS WS HS WS
Polen 0 228 0 101 0 124
Deutschland 0 187 0 140 1 103
Ungarn 0 108 0 67 0 66
Slowakei 0 65 0 52 1 52
Rumänien 30 40 24 28 17 30
Italien (ohne Sardinien) 0 34 0 25 0 49
Lettland 0 53 0 20 0 30
Litauen 0 34 0 13 0 21
Bulgarien 0 5 0 4 0 2
Estland 0 1 0 1 0 0
Moldawien 0 0 0 0 2 0
Nordmazedonien 0 2 0 0 0 0
Sardinien 0 0 0 0 1 0
GESAMT 30 757 24 451 22 477
Europakarte zu ASP-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.03.2022 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
Verlaufsgrafik zu ASP-Fällen in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten, während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen in den Sommermonaten, ab Juli/August, anstieg. Im Mai ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen gestiegen und bei Hausschweinen gesunken. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.06.2021 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Fälle zur Staatsgrenze: Im Mai 2022 betrug die Distanz der ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 109 km. Seit Mitte September 2020 blieb dieser Wert konstant. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.06.2021 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).

Folgen für Österreich

Für Österreich bleibt das Risiko einer Einschleppung von ASP hoch. Es wird eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch und anderen von diesen Tieren stammenden Produkten aus betroffenen Gebieten gewarnt. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt überlebensfähig, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern.

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgt auch eine Untersuchung von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hauschweinen und von Organproben aus dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen und zu verbessern.

Im seit 21. April 2021 geltenden Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429) und den in Abhängigkeit davon geltenden zusätzlichen Rechtsakten der Europäischen Kommission, im Besonderen der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687, der Durchführungsverordnung (EU) 2021/605 (zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) 2022/889) und der ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in allen Mitgliedstaaten und damit in Österreich festgelegt. Im Anhang Teil I bis III der Durchführungsverordnung (EU) 2022/889 sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der Seuche ASP festgelegt.

Kommentar

Wie schon im Vorjahr beobachtet wurde, scheint generell die Anzahl der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen in Europa in den Sommermonaten, ab Juli/August, anzusteigen und in den kalten Monaten zu sinken. Im Gegensatz dazu steigt die Anzahl der gemeldeten Ausbrüche beim Wildschwein in den kälteren Wintermonaten (für einen Vergleich siehe Abbildung ASP-Verlauf im Bericht von März 2021).

Die Ausbrüche in Rom/Latium und Baden-Württemberg sind jeweils etwa 500 km von bisher nachgewiesenen Ausbrüchen bei Haus- oder Wildschweinen entfernt und stellen die ersten Nachweise von ASP in diesen Regionen dar. In beiden Fällen wird deshalb vermutet, dass das Virus durch den Menschen verschleppt wurde. In Italien geht man von einer Infektion durch Essensreste in Müll oder aktive Fütterung der Wildschweine aus. Dies verdeutlicht erneut - wie bei den ersten Fällen in Norditalien - das Risiko der Ausbreitung der ASP über weite Distanzen durch den Menschen, ohne auf natürliche Migrationsbewegungen von Wildschweinen angewiesen zu sein.

Für Österreich bleibt der indirekte Eintrag von ASP durch den Menschen aus von ASP betroffenen Ländern das vordergründige Risiko.

Weitere Informationen zu den Ausbrüchen in Deutschland und Italien siehe hier und hier.

Im Mai betrug die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs zur österreichischen Staatsgrenze 109 km, welcher in Ungarn auftrat (siehe Abbildung ASP-Distanz).

Quellen

ADIS, FLI, PROMED
Icon HuhnIcon VogelIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Hochpathogene aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Nach einem Ausbruch von HPAI A(H5N1) im Vormonat bei Nicht-Geflügel erfolgte im Mai eine weitere Meldung des Nachweises von HPAI A(H5N1) bei Wildvögeln in das ADIS aus Österreich. Die Kadaver von acht Enten und sieben Schwänen wurden bereits Anfang April in einem Waldstück aufgefunden. In den entnommenen Proben wurde bei sechs Kadavern das Virus nachgewiesen. Aufgrund der illegalen Entsorgung und der laufenden Ermittlungen zur Klärung der Herkunft der Tiere erfolgte die amtliche Bestätigung dieses HPAI-A(H5N1) Ausbruchs erst für den Monat Mai.

Situation in Europa

Im Mai 2022 wurden in Europa bei Geflügel 131 Ausbrüche von HPAI A(H5N*) und bei Nicht-Geflügel 141 Ausbrüche gemeldet (Stichtag: 03.06.2022). Die Gesamtzahl von 272 gemeldeten Ausbrüchen hat sich im Vergleich zum Vormonat (464 Ausbrüche) deutlich verringert. Nach dem letzten starken Anstieg der bestätigten Ausbrüche im März sinken bis zum Stichtag die Ausbruchszahlen kontinuierlich auf ein Niveau wie vor Beginn der HPAI-Saison 2021/2022 mit November 2021. Im Gegensatz zum April ist im Mai Geflügel etwas weniger von Ausbrüchen betroffen als Nicht-Geflügel (siehe Abbildung HPAI-Verlauf). Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die sinkenden Ausbruchszahlen in den Clustern im Westen und Südwesten Frankreichs mit 15 Ausbrüchen, nachdem im Vormonat noch 232 Ausbrüche aus diesen Regionen gemeldet wurden (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Im Berichtszeitraum wurden in 16 Ländern HPAI A(H5) Ausbrüche bei Geflügel oder Nicht-Geflügel nachgewiesen (Vormonat 18 Länder). Zum Stichtag gingen im ADIS Meldungen aus dem Kosovo, Moldawien und der Slowakei ein, nachdem in diesen Ländern im April keine Ausbrüche auftraten. Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland, Frankreich, Ungarn, Niederlande, Spanien, Dänemark, Island, Bulgarien, Griechenland, Norwegen, Finnland, Schweden und Österreich (siehe Situation in Österreich) Ausbrüche von HPAI. Keine Nachweise von HPAIV mehr wurden aus Belgien, Polen, Litauen, Italien und Tschechien gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).

Aus 3 Nachbarländern Österreichs (Deutschland, Ungarn und Slowakei) erfolgten somit Ausbruchsmeldungen bei Geflügel oder Nicht-Geflügel (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Neben Wildvögeln und Tieren in Hobbyhaltungen waren im Berichtszeitraum Mai erneut besonders Groß- und Schlüsselbetriebe der Nutzgeflügelhaltung in Ungarn und Frankreich betroffen.

Einen umfassenden Überblick der European Food Safety Authority (EFSA) über den aktuellen Seuchenzug und den Vergleich zu vorherigen Jahren finden Sie hier.

Geflügel

Nachdem im Vormonat europaweit 325 HPAI A(H5N*) Ausbrüche bei Geflügel in das ADIS eingemeldet wurden, hat sich im Mai die Anzahl der gemeldeten Ausbrüche mit 131 stark verringert. Mit Ungarn (105 Ausbrüche), Frankreich (15 Ausbrüche), Bulgarien (5 Ausbrüche), Deutschland (1 Ausbruch), den Niederlanden (1 Ausbruch), Island (1 Ausbruch), dem Kosovo (1 Ausbruch), Moldawien (1 Ausbruch) und der Slowakei (1 Ausbruch) meldeten 9 Länder HPAI-Ausbrüche im Berichtszeitraum (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).

Im Mai verschiebt sich der Schwerpunkt des Seuchengeschehens bei Geflügel vom Westen in den Osten Europas. Nach der Entstehung eines Clusters im März im Süden Ungarns weitete sich dieses auch im Mai weiter aus. Die Ausbruchszahlen der Cluster in den französischen Regionen Nouvelle-Aquitaine/Okzitanien und Pays de la Poire sind hingegen stark rückläufig (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Mit einer Entfernung von 59 km trat der HPAI A(H5N1) Ausbruch bei Geflügel in der Slowakei mit der geringsten Distanz zur österreichischen Staatsgrenze auf (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Nicht-Geflügel

Die Anzahl der HPAI-Meldungen bei Nicht-Geflügel ist im Mai in Europa mit 141 Ausbrüchen im Vergleich zum Vormonat (139 Ausbrüche) leicht gestiegen. Die im Beobachtungszeitraum festgestellten Ausbrüche bei Nicht-Geflügel sind weiterhin mehrheitlich in Küstengebieten im Norden Europas lokalisiert, treten jedoch auch vereinzelt in den übrigen Regionen Europas auf (siehe Abbildung HPAI-Karte). Die Zahl der betroffenen Länder sinkt mit 12 im Vergleich zum Vormonat (16 Länder). Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland (56 Ausbrüche), Niederlande (56 Ausbrüche), Island (16 Ausbrüche), Norwegen (10 Ausbrüche), Frankreich (8 Ausbrüche), Finnland (4 Ausbrüche), Dänemark (3 Ausbrüche), Schweden (3 Ausbrüche), Spanien (2 Ausbrüche), Bulgarien (1 Ausbruch), Griechenland (1 Ausbruch) und Österreich (1 Ausbruch, siehe Situation in Österreich) positive Nachweise von HPAI A(H5N*) bei Nicht-Geflügel. Im Gegensatz zum Vormonat wurden aus Belgien, Polen und Litauen keine Ausbrüche gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Der HPAI Subtyp H5N1 dominiert bei Nicht-Geflügel deutlich das Infektionsgeschehen.

Der österreichischen Staatsgrenze naheliegende Ausbrüche von HPAI A(H5N1) bei Nicht-Geflügel traten im Mai in Deutschland in einer Entfernung von 477 km zur österreichischen Staatsgrenze auf (siehe Abbildung HPAI-Distanz).
Tabelle HPAI-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.03.2022 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
März
April
Mai
GE NG GE NG GE NG
Frankreich 723 15 232 14 15 8
Deutschland 6 145 2 55 1 56
Ungarn 0 0 67 1 105 0
Niederlande 4 80 10 35 1 36
Spanien 13 12 0 5 0 2
Dänemark 0 17 0 7 0 3
Island 0 0 0 1 1 16
Bulgarien 1 0 9 1 5 1
Griechenland 0 10 0 4 0 1
Norwegen 0 0 0 3 0 10
Belgien 1 7 0 3 0 0
Finnland 0 2 0 2 0 4
Polen 4 0 3 1 0 0
Schweden 0 3 0 2 0 3
Irland 0 6 0 0 0 0
Rumänien 2 4 0 0 0 0
Albanien 4 1 0 0 0 0
Litauen 0 0 0 4 0 0
Österreich 0 2 0 1 0 1
Portugal 0 3 0 0 0 0
Italien 1 0 1 0 0 0
Tschechien 1 0 1 0 0 0
Estland 0 1 0 0 0 0
Kosovo 0 0 0 0 1 0
Moldawien 0 0 0 0 1 0
Schweiz 0 1 0 0 0 0
Slowakei 0 0 0 0 1 0
GESAMT 760 309 325 139 131 141
Europakarte zu HPAI-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.03.2022 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
Verlaufsgrafik zu HPAI-Fällen in Europa: Im Zuge des Frühjahrzuges der Wildvögel im April und Mai 2021 wurden vermehrt Fälle bei Wildvögeln festgestellt. Auch in den Sommermonaten wurde durchgehend eine geringe Fallzahl von HPAI bei Nicht-Geflügel eingemeldet. Mit Beginn des Herbstzuges ab November 2021 kam es zu einem drastischen Anstieg der Fälle bei Wildvögeln mit steigenden Fallzahlen auch beim Hausgeflügel. Im Januar 2022 kam es zu einem erneuten starken Anstieg der Fälle, wobei hauptsächlich Wildvögel betroffen waren. Ab Februar sind die Fallzahlen wieder rückläufig, im März folgte ein starker Anstieg der Fallzahlen bei Geflügel durch zwei Cluster im Westen Frankreichs.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.06.2021 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: Im Frühjahr 2021 traten Fälle von HPAI in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Staatsgrenze und auch in Österreich auf. In den Sommermonaten betrug die Distanz der HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 500 km bis 1200 km. Im Herbst 2021 wurden Fälle von HPAI erneut dichter an österreichischem Staatsgebiet gemeldet und seit November treten Fälle von HPAI wieder bei Nicht-Geflügel in Österreich auf.  Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.06.2021 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).

Folgen für Österreich

Mit 16. März 2022 hat die Stallpflicht für Betriebe mit mehr als 350 Tieren durch die 2. Novelle 2022 der Geflügelpest-Verordnung 2007 ihre Gültigkeit verloren. Hierdurch wurde der nach wie vor bestehenden, aber geringeren Gefährdungslage Rechnung getragen. Im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES galt diese Stallpflicht in den ausgewiesenen Risikogebieten seit November 2021. Die übrigen Maßnahmen zur Erhöhung der Biosicherheit sind jedoch weiterhin in den ausgewiesenen Risikogebieten verpflichtend umzusetzen. Hierdurch soll eine Übertragung durch HPAIV-positives Nicht-Geflügel auf landwirtschaftliche Geflügelbestände weiterhin verhindert werden. Die Geflügelpest-Verordnung 2007 in der aktuellen Fassung, sowie die Liste mit den Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko (siehe Anlage 1) finden Sie hier. Eine Karte mit den Risikogebieten finden Sie hier.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/641 der Kommission vom 16. April 2021, betreffend Sofortmaßnahmen im Zusammenhang mit Ausbrüchen der hochpathogenen aviären Influenza in bestimmten Mitgliedstaaten (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2021/846) werden die Schutz- und Überwachungszonen auf Unionsebene ausgewiesen. Diese sind nach dem Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza bei Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 einzurichten.

In Geflügelbeständen, bei Zoohaltungen und Hobbyhaltungen sollten Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen weiterhin mit äußerster Sorgfalt umgesetzt werden. Jeglicher direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln stellt ein potentielles Risiko einer Übertragung dar und sollte konsequent verhindert werden. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem Online-Fragebogen “Biocheck” stehen kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des Status der Biosicherheit zur Verfügung.

Aufgrund der positiven Nachweise von HPAI A(H5N1) bei Nicht-Geflügel in Österreich in den vergangenen Monaten und der aktuellen Ausbrüche von HPAI A(H5N1) bei Wildvögeln in Nachbarländern kann derzeit eine anhaltende Zirkulation von HPAI A(H5N1) Viren in Wildvögeln in Österreich nicht ausgeschlossen werden. Grenznahe Ausbrüche in Geflügelbeständen in Nachbarländern mahnen zur Vorsicht. Das Risiko für das Auftreten weiterer Ausbrüche in Österreich wird als mittel eingestuft.

Kommentar

Wie in den Vorjahren entspannt sich mit Beginn der Sommermonate die Situation in Europa nach dem schwersten HPAI-Seuchenzug in den Wintermonaten 2021/2022 deutlich. Ob das Seuchengeschehen komplett zu erliegen kommt oder das Virus, wie im vergangenen Jahr, auch über den Sommer in Wildvögeln persistiert, bleibt jedoch abzuwarten. Derzeit kann eine anhaltende Zirkulation von HPAI in heimischen Wildvogelbeständen nicht ausgeschlossen werden und mit einer anhaltenden Gefahr eines Viruseintrages in Geflügelbestände ist weiterhin zu rechnen. Betriebskontakte zwischen Geflügelhaltungen stellen ebenfalls einen möglichen Übertragungsweg dar. Die rasante Entstehung von Clustern bei Geflügelhaltungen in Frankreich und Ungarn verdeutlicht die Notwendigkeit einer fortgesetzten strikten Einhaltung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen in Geflügelhaltungen. Trotz sinkender Ausbruchszahlen muss ein direkter oder indirekter Kontakt von Geflügel zu Wildvögeln verhindert und Geflügelhalter für ein anhaltendes HPAI-Risiko sensibilisiert werden.

Informationsmaterialien und die Kommunikation der aktuellen Situation sollten bestmöglich eingesetzt werden, damit Tierhalter ihre Tiere effektiv schützen können. Beispiele für Informationsmaterial finden Sie für private Geflügelhaltungen hier und für Geflügelbetriebe hier.

Die European Food Safety Authority EFSA bewertet die korrekte Umsetzung umfangreicher Biosicherheitsmaßnahmen als entscheidend um den Eintrag von aviärer Influenza in Geflügelbestände zu verhindern. Gleichfalls weist die EFSA darauf hin, dass in Frankreich auch Geflügelbetriebe mit einem hohen Biosicherheitsstandard betroffen waren. Weitere Maßnahmen, wie ein Überwachungsprogramm und Strategien zur Früherkennung von Ausbrüchen sind daher notwendig und werden in Österreich bereits umgesetzt.

Tot aufgefundene Wildwasservögel und Greifvögel müssen der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet und untersucht werden, damit Viruseinträge frühzeitig erkannt und dementsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Wichtig sind Informationen an Tierhalterinnen/Tierhalter und Tierärztinnen/Tierärzte über die frühzeitige Erkennung und korrekte Vorgehensweise im Seuchenfall.

Quellen

ADIS, EFSA

Icon LeerIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Tollwut

Im Berichtzeitraum (Stichtag: 03.06.2022) wurden in Europa 4 RABIES-Ausbrüche (Vormonat 11 Ausbrüche) verzeichnet. Drei Ausbrüche traten in Polen bei Füchsen auf, in Moldawien war ein Hund betroffen (für einen Überblick über die letzten drei Monate siehe Tabelle RABIES-Ausbrüche).
Tabelle RABIES-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten RABIES-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2022 bis 31.05.2022 (Stichtag: 03.06.2022).
Mrz Apr Mai
Türkei 15 6 0
Polen 7 5 3
Moldawien 2 0 1
Rumänien 1 0 0
GESAMT 25 11 4

Kommentar

Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung von Tollwut in eine tollwutfreie Population ist der Transport von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut. Die Überwachungsmaßnahmen sollten darauf abzielen, die illegale Einfuhr von tollwütigen oder nicht geimpften Welpen zu bekämpfen.

In der Ukraine tritt die silvatische Tollwut endemisch auf. In der Folge verzeichnete die Ukraine im Jahr 2021 insgesamt 462 Ausbrüche bei Nutz- und Heimtieren (Quelle). In Anbetracht der Krise aufgrund der kriegerischen Handlungen in der Ukraine haben sich die EU Mitgliedsstaaten gemeinsam mit der Europäischen Kommission auf erleichtere Einreisebedingungen für Hunde, Katzen und Frettchen geeinigt: Flüchtlinge in Begleitung ihrer Heimtiere können aktuell ohne weitere Auflagen in die EU einreisen und innerhalb der EU weiterreisen. Die Tollwut-Situation bei Heimtieren ukrainischer Flüchtlinge wird beobachtet. Detaillierte Informationen zu den Reiseverkehrsregelungen für Flüchtlinge in Begleitung von Heimtieren finden Sie hier.

Österreich wurde 2008 für frei von terrestrischer Tollwut erklärt. Die letzte Zirkulation von Feldvirus wurde 2002 bei Füchsen diagnostiziert. Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Quellen

ADIS
Icon RindIcon SchafIcon ZiegeIcon WildIcon LamaIcon KamelidIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Blauzungenkrankheit

Im Berichtszeitraum (Stichtag: 03.06.2022) wurden in Europa keine BT-Ausbrüche gemeldet. Nach den letzten gemeldeten Ausbrüchen in Portugal im November 2021 (BTV Serotyp 4) ist somit in einem Zeitraum von sechs Monaten keine Meldung von BT-Ausbrüchen mehr in das ADIS eingegangen.

Der Datenlage nach, ist derzeit ein vollständiges Erliegen des Seuchengeschehens in Europa zu beobachten. Weitere Informationen der EU, einen Rückblick auf die Zonen mit dem entsprechenden Seuchenstatus und die zirkulierenden Serotypen als Karte und Tabelle finden Sie hier.

In den Jahren 2008 und 2009 traten die ersten BT-Ausbrüche (Serotyp 8) in Österreich auf. Im Zuge eines Seuchenzuges in Südosteuropa wurde 2015 und 2016 auch BTV Serotyp 4 in Österreich nachgewiesen. Seit 2017 wurde bundesweit kein weiterer BT-Ausbruch mehr festgestellt und 2018 wurden sämtliche BTV-4 Restriktionszonen aufgehoben. Mit 01.12.2021 begann in Österreich die vektorfreie Zeit und endete am 30.04.2022. Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier. Informationen der EU zu den Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen des neuen Tierseuchenrechts finden Sie hier.

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